Soziale Medien gehören für viele Jugendliche zum Alltag. Plattformen wie TikTok oder Instagram dienen der Unterhaltung, der Kommunikation und der Information. Gleichzeitig wird jedoch zunehmend darüber diskutiert, ob diese Plattformen auch eine Suchtgefahr darstellen können. Aktuelle Studien und Untersuchungen weisen darauf hin, dass ein bewusster Umgang mit Social Media immer wichtiger wird.

Warum TikTok besonders fesselt

Die Europäische Kommission hat in einer Untersuchung Hinweise darauf gefunden, dass bestimmte Funktionen von TikTok besonders stark zur intensiven Nutzung beitragen können. Dazu gehören beispielsweise:

  • Endloses Scrollen
  • Autoplay von Videos
  • Push-Benachrichtigungen
  • hochgradig personalisierte Empfehlungen

Diese Funktionen sorgen dafür, dass Nutzer ständig neue Inhalte sehen und immer weiter scrollen. Forschende sprechen hier von einem sogenannten Belohnungssystem, bei dem das Gehirn durch kleine, schnelle Reize immer wieder stimuliert wird. Dadurch fällt es vielen Nutzern schwer, die Nutzung zu beenden.

Anzeichen für problematische Nutzung

Besonders bei Kindern und Jugendlichen kann eine intensive Social-Media-Nutzung problematisch werden. Studien zeigen, dass typische Anzeichen einer Social-Media-Sucht sein können:

  • Schwierigkeiten, die Nutzung zu kontrollieren
  • ständiges Denken an Social Media
  • Probleme beim Aufhören trotz Vorsatz
  • Konzentrationsprobleme
  • Konflikte im Alltag oder in Beziehungen

Eine Studie der University of California (San Francisco) mit über 10.000 Kindern zwischen 11 und 15 Jahren zeigte, dass viele bereits früh soziale Medien nutzen und teilweise Anzeichen problematischer Nutzung zeigen.

Auch internationale Forschung weist darauf hin, dass intensive Social-Media-Nutzung mit Konzentrationsschwierigkeiten, emotionaler Erschöpfung oder depressiven Symptomen zusammenhängen kann.

Auswirkungen auf Schule und Alltag

Viele Jugendliche berichten, dass Social Media ihre Aufmerksamkeit stark beeinflusst. Kurze Videos und schnelle Reize können dazu führen, dass längere Inhalte schwerer zu verfolgen sind. Manche Jugendliche geben sogar an, dass sie sich kaum noch auf längere Videos oder Texte konzentrieren können.

In Befragungen gaben 68 % der Jugendlichen an, Konzentrationsprobleme zu haben. Viele berichten außerdem, dass Social Media sie beim Lernen oder bei Hausaufgaben ablenkt.

Eine Umfrage ergab außerdem:

  • 15 % der Deutschen zeigen Anzeichen problematischer Social-Media-Nutzung
  • In der Generation Z liegt der Anteil sogar bei etwa 25 %

Was helfen kann

Experten empfehlen vor allem einen bewussten Umgang mit digitalen Medien. Eine Studie der Iowa State University zeigte, dass bereits einfache Maßnahmen helfen können. In einem Experiment sollten Studierende ihre Social-Media-Nutzung auf 30 Minuten pro Tag begrenzen. Bereits nach zwei Wochen berichteten viele Teilnehmer von:

  • weniger Angst und Stress
  • weniger depressiven Gefühlen
  • weniger Einsamkeit

Auch kleine Strategien können helfen:

  • Bildschirmzeit beobachten
  • feste Zeiten für Social Media festlegen
  • Push-Benachrichtigungen reduzieren
  • bewusst Pausen vom Smartphone einlegen

Wichtig ist dabei nicht unbedingt ein kompletter Verzicht, sondern ein reflektierter und kontrollierter Umgang mit digitalen Medien.

Fazit

Soziale Medien sind ein fester Bestandteil unseres Lebens und bieten viele Chancen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Plattformen bewusst so gestaltet sind, dass sie die Aufmerksamkeit der Nutzer möglichst lange binden. Besonders Jugendliche sollten daher lernen, ihre Nutzung kritisch zu reflektieren.

Ein bewusster Umgang mit Social Media kann helfen, die Vorteile zu nutzen, ohne dass die digitale Welt den Alltag bestimmt.


Quelle:
Ratgeber Sucht-Hilfe, Ausgabe III/2026, Sucht- und Jugendhilfe e. V., Lübeck, Artikel: „Macht TikTok süchtig?“ (S. 4–9).

Viele Jugendliche kennen das Gefühl: Man scrollt durch Social Media und sieht, wie andere feiern, Spaß haben oder unterwegs sind. Dieses Gefühl, etwas zu verpassen, nennt man FOMO – „Fear of Missing Out“. Es sorgt dafür, dass man ständig aufs Handy schaut, bloß nichts verpassen will – und es beeinflusst mehr als nur unser Online-Verhalten.

FOMO kann den Alkoholkonsum verstärken. Studien zeigen, dass Jugendliche mit stark ausgeprägtem FOMO häufiger trinken – teils aus Angst, nicht dazuzugehören oder weniger erlebt zu haben als andere. Besonders problematisch ist dabei der Einfluss sozialer Medien: Wer ständig Bilder von feiernden Freunden sieht, hat schneller das Gefühl, auch mitmachen zu müssen – inklusive Alkohol.

Aber es geht auch anders: Der Gegentrend heißt JOMO – „Joy of Missing Out“. JOMO bedeutet, das Alleinsein zu schätzen, bewusst auf Events zu verzichten und sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Zeit allein kann produktiv und erholsam sein – und ist kein Zeichen von Außenseitertum.

Tipps gegen FOMO:

  • Social-Media-Pausen einlegen
  • Sich bewusst für gemeinsame echte Erlebnisse entscheiden
  • Lernen, auch mal Nein zu sagen
  • Und vor allem: Sich selbst und den eigenen Wert nicht von Likes oder Partys abhängig machen

Fazit: Es ist völlig in Ordnung, nicht überall dabei zu sein. Was zählt, sind echte Begegnungen, gute Gespräche – und ein gesunder Umgang mit sich selbst.

„Zeit allein kann auch eine schöne Zeit sein.“

Quelle: Eine Zusammenfassung aus: FOMO beinflusst Alkoholkonsum: Bloß nichts verpassen!, in: Sucht-Hilfe,VI/25, S. 4-8.

Beliebter Wachmacher mit gefährlichen Nebenwirkungen

Energy Drinks sind bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen äußerst beliebt. Ob bei Partys, Gaming-Events oder im Alltag – sie gelten als schnelle Energiequelle und stehen hoch im Kurs. Studien zeigen jedoch, dass der regelmäßige Konsum dieser koffeinhaltigen Getränke mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden ist.

Ein besonders besorgniserregender Trend zeigt sich bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren: Rund 22 Prozent dieser Altersgruppe trinken mindestens einmal pro Woche Energy Drinks. Diese Getränke enthalten neben hohen Mengen an Koffein auch Zucker, Farbstoffe und verschiedene Zusätze wie Taurin oder Guarana. Der übermäßige Konsum wird mit ernsten Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht, darunter Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck.

Auch die Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden und den Lebensstil der Jugendlichen sind alarmierend. Häufiger Konsum geht oft mit schlechter Schlafqualität, mangelnder körperlicher Aktivität und intensivem Medienkonsum einher. Zudem tragen die hohen Zucker- und Kalorienmengen der Getränke zu Übergewicht und Bewegungsmangel bei. Jugendliche, die regelmäßig Energy Drinks konsumieren, haben laut Studienergebnissen einen Body-Mass-Index (BMI) als Wenig- oder Nichttrinker.

Experten warnen eindringlich vor dem unkontrollierten Konsum von Energy Drinks, insbesondere in Kombination mit Alkohol, wie es auf Partys und Festivals häufig vorkommt. Eltern und Schulen sollten die Jugendlichen über die Risiken aufklären und zu einem bewussteren Umgang mit diesen Getränken ermutigen. Wasser, ungesüßte Tees oder Fruchtschorlen sind gesündere Alternativen, die ebenfalls für Energie sorgen.

Eine Zusammenfassung aus: „Energy Booster mit Nebenwirkung, in: Sucht-Hilfe XII/24, S. 9-12.

Mit nur einer kleinen Änderung in den Einstellungen greifst du seltener zum Handy.

Der Griff zum Smartphone passiert bei vielen fast schon so häufig, dass man es kaum mehr wahrnimmt, wie oft wir eigentlich am Tag auf unser Handy gucken. Doch es gibt einen einfachen und überraschenden Trick, wie wir seltener zum Smartphone greifen. Eine kleine Änderung in den Einstellungen genügt.

Eine Studie der DAK hat ergeben, dass rund 100.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland abhängig von Social Media sind.

Doch es gibt einen einfachen wie verblüffenden Trick, mit dem wir unser Smartphone vielleicht weniger oft in die Hand nehmen: Der Trick: Graustufen einstellen

Denn Farbiges sticht hervor und signalisiert uns: Das ist wichtig. Ist der Bildschirm aber komplett in Grau, büßt das Handy deutlich an Attraktivität ein.

Bei Android-Geräten findet sich die Funktion in den Einstellungen unter dem Menüpunkt „Eingabehilfe“ und „Sehhilfe“. Unter dem Reiter Sehhilfe muss man nun nur noch die Graustufen anschalten.

Bei iPhones lassen sich die Graustufen folgendermaßen aktivieren: Nutzer müssen über die Einstellungen unter „Allgemein“ die Funktion Bedienungshilfen aufrufen, dann unter „Display-Anpassungen“ den Farbfilter auf „Ein“ schalten und die Vorgabe Graustufen auswählen.

Quelle: bitte hier klicken.